Diskussionsveranstaltung zur Nationalismuskritik in Potsdam

Kritik am Nationalismus ist in aller Munde. Der bürgerliche
Mainstream kennt ihn als ablehnenswertes Gegenstück zum guten
Patriotismus – und verschweigt, dass die Voraussetzung zum Hass auf
andere Nationen nunmal die Liebe zur eigenen ist. Linke Kritik am
Nationalismus wiederum erschöpft sich oft darin, die von den
Nationalisten angeführten Gründe für ihre Politisierung – gemeinsame
Sprache, Kultur oder Blut – als konstruiert zu entlarven. Damit hat
man jedoch die wirklichen Gründe für Nationalismus, bestehend in der
Art und Weise, wie in der bürgerlichen Gesellschaft gewirtschaftet
wird, noch nicht in den Blick genommen. Gerade mit diesen wollen wir
uns jedoch an jenem Abend gemeinsam mit euch beschäftigen.
Wir halten es nämlich für einen gewaltigen Fehler, dass in einer
Gesellschaft, die für den Großteil ihrer Mitglieder lebenslanges
Abrackern, Existenznot, Konkurrenz und Armut bereithält, nichts
selbstverständlicher ist, als von der Tiefe seines Herzens „Ja!“ zu
ihr zu sagen und nichts natürlicher, als sich im Zwangskollektiv Volk
sauwohl zu fühlen. Dass diese Dummheit von oben gefördert wird, macht
es nicht besser.
Nationalismus ist die Zustimmung zur Beschränkung der eigenen
Interessen – und trotzdem wird er von so ziemlich jedem geteilt. Seine
Kritik ist nicht gerade einfach – und trotzdem notwendig wie eh und
je, will man jemals eine Veränderung zum Guten erreichen. Aber
immerhin: Wenn man sie erstmal verstanden hat, hat man gegen den
Neonazi, der alle Ausländer deportieren will, genauso etwas in der
Hand wie gegen den Gewerkschafter, der die „Sozialpartnerschaft“ mit
den Unternehmern schließt, um den Standort Deutschland zu erhalten.
Wir würden uns daher freuen, wenn ihr vorbeikommt und die
vaterlandslose Hetze, die wir zu verbreiten vorhaben, mit uns diskutiert.


1 Antwort auf „Diskussionsveranstaltung zur Nationalismuskritik in Potsdam“


  1. 1 Diskussions- und Lesekreis zu demokratischem und faschistischem Nationalismus in Potsdam « AK Klassenfrage Pingback am 15. März 2012 um 12:58 Uhr
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