Lesekreis zu demokratischem und faschistischem Nationalismus in Potsdam

Anschließend an unsere Einführungsveranstaltung zur Nationalismuskritik am 24.02 im KuZe möchten wir interessierten Leuten die Möglichkeit geben, sich tiefer mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Ein so kompliziertes Thema wie die Untiefen der nationalistischen Ideologie und deren Mehrwert für die (Affirmation der) kapitalistischen Gesellschaft ist nicht an einem einzigen Abend zu meistern. Um jedoch die Kritik der erbarmungswürdigen Verhältnisse und der – mindestens gegen sich selbst, oft genug auch gegen andere – brutalen Gedanken, die man sich gemeinhin dazu macht, auch in der politischen Praxis hinzubekommen, also wenigstens die Möglichkeit aufzutun, dass wir mal in einer Gesellschaft leben werden, die nicht auf erbarmungsloser Konkurrenz, Ausbeutung und Herrschaft basiert, ist eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Nationalismuskritik alternativlos.
Unser Vorschlag ist, sich, teilweise auf einer weniger abstrakten Ebene, noch einmal mit dem Nationalismus demokratischer Bürger auseinanderzusetzen, im weiteren darüber zu sprechen, warum Nationalismus und das Gemeinwesen, auf das er abstellt, ohne Rassismus nicht zu haben ist, über die vielen Gemeinsamkeiten und wenigen Unterschiede demokratischen und faschistischen Nationalismus zu diskutieren und abschließend das kontroverse Thema der Kritik der Theorie und Praxis linker Antifas(chisten) zu wagen. Es bietet sich an, das Thema anhand einiger Kapitel des neu erschienenen Buchs zum Thema »Der demokratische Schoß ist fruchtbar… Das Elend der Kritik am (Neo-)Faschismus« (Freer Huisken, erschienen beim VSA-Verlag) zu bearbeiten.

Soweit unsere ersten Vorschläge. Wir sind jedoch auch für Änderungswünsche offen, schließlich können wir nicht in eure Köpfe gucken. Ob die Sache zustandekommt, hängt davon ab, wieviele Leute Interesse äußern.

Wer darauf Lust hat, meldet sich bitte über klassenfrage@systemausfall.org. Wenn dies genügend Leute tun, sprechen wir mit jenen nochmal den genauen Termin ab und nehmen das dann in Angriff.

Diskussionsveranstaltung zur Nationalismuskritik in Potsdam

Kritik am Nationalismus ist in aller Munde. Der bürgerliche
Mainstream kennt ihn als ablehnenswertes Gegenstück zum guten
Patriotismus – und verschweigt, dass die Voraussetzung zum Hass auf
andere Nationen nunmal die Liebe zur eigenen ist. Linke Kritik am
Nationalismus wiederum erschöpft sich oft darin, die von den
Nationalisten angeführten Gründe für ihre Politisierung – gemeinsame
Sprache, Kultur oder Blut – als konstruiert zu entlarven. Damit hat
man jedoch die wirklichen Gründe für Nationalismus, bestehend in der
Art und Weise, wie in der bürgerlichen Gesellschaft gewirtschaftet
wird, noch nicht in den Blick genommen. Gerade mit diesen wollen wir
uns jedoch an jenem Abend gemeinsam mit euch beschäftigen.
Wir halten es nämlich für einen gewaltigen Fehler, dass in einer
Gesellschaft, die für den Großteil ihrer Mitglieder lebenslanges
Abrackern, Existenznot, Konkurrenz und Armut bereithält, nichts
selbstverständlicher ist, als von der Tiefe seines Herzens „Ja!“ zu
ihr zu sagen und nichts natürlicher, als sich im Zwangskollektiv Volk
sauwohl zu fühlen. Dass diese Dummheit von oben gefördert wird, macht
es nicht besser.
Nationalismus ist die Zustimmung zur Beschränkung der eigenen
Interessen – und trotzdem wird er von so ziemlich jedem geteilt. Seine
Kritik ist nicht gerade einfach – und trotzdem notwendig wie eh und
je, will man jemals eine Veränderung zum Guten erreichen. Aber
immerhin: Wenn man sie erstmal verstanden hat, hat man gegen den
Neonazi, der alle Ausländer deportieren will, genauso etwas in der
Hand wie gegen den Gewerkschafter, der die „Sozialpartnerschaft“ mit
den Unternehmern schließt, um den Standort Deutschland zu erhalten.
Wir würden uns daher freuen, wenn ihr vorbeikommt und die
vaterlandslose Hetze, die wir zu verbreiten vorhaben, mit uns diskutiert.

Audiomitschnitt zur Podiumsdiskussion „Sechs Jahrzehnte DGB – Klassenkampf oder Kooperation?“ zum Download verfügbar

Nun haben wir es endlich doch noch geschafft. Der Mitschnitt zur Podiumsdiskussion „Sechs Jahrzehnte DGB – Klassenkampf oder Kooperation?“ ist online und für euch downloadbar. Grund für die Verzögerung war im Wesentlichen ein technisches Problem, welches wir nun aber doch noch beheben konnten. Leider jedoch nahmen an der Diskussion auf dem Podium nur Mag Wompel und Dr. Peter Decker teil. Carsten Becker hatte sich kurzfristig abgemeldet und uns war es nicht mehr möglich einen gleichwertigen Ersatz zu finden. Wir hoffen allerdings, dass euch der Mitschnitt weiterbringt und dem einen oder der anderen Klärung verschafft!

Audiomitschnitt zum Referat „Kuba nach dem sechsten Parteitag“ zum Download verfügbar

Eine freundliche Person hat das Referat „Kuba nach dem sechsten Parteitag“, referiert von Dr. Theo Wentzke, mitgeschnitten. Es wurde nun bei Archive.org online gestellt. Wir wünschen viel Spaß beim Anhören. Theo Wentzke hat angeboten, dass man auch im Nachhinein über das Gesagte per Mail diskutieren kann, was wir an dieser Stelle bei Bedarf jedem empfehlen möchten. Berichte gibt es bei Walgesang und auf de.Indymedia.

[PS: Auch den Mitschnitt zur Podiumsdiskussion vom 7.Mai wird es demnächst online geben. Entschuldigt die Verspätung.]

26.Mai 2011: Referat & Diskussion „Kuba nach dem sechsten Parteitag“ – langer Teaser

Vom Referenten Dr. Theo Wentzke kommt nun noch eine längere Version zum Werbetext, die wir euch nicht vorenthalten möchten…

Auf dem VI. Parteitag der Kubanischen Kommunisten stand wegen seiner Dringlichkeit einzig das Thema Wirtschaft auf dem Programm: Der letzte realsozialistische Staat geht Reformen an, um sich der „Schlacht auf dem Felde der Wirtschaft“ im internationalen Vergleich zu stellen. Dies begründet Raúl Castro damit, hiervon hänge die Aufrechterhaltung des sozialistischen Systems auf Kuba ab.
Warum glaubt die Kommunistische Partei, der Sozialismus könne ausgerechnet mit einer Fortsetzung des „wirtschaftlichen Öffnungsprozesses“ gegenüber der kapitalistischen Ökonomie gerettet werden?
Warum hört sich das Reformprogramm so an, als würden kapitalistische Manager in einem „Sanierungsprogramm“ ankündigen, dass in den Betrieben „weitere Rationalisierungen“ anstünden und den Belegschaften „mehr Effizienz“, ja sogar Entlassungen verordnet werden „müssten“? Warum kündigt eine Partei, die ihre sozialistische Revolution retten will, der Bevölkerung die Mindestversorgung aller durch die Abschaffung der sog. Libreta auf? Warum sollen alle, deren Arbeitskraft in Staatsunternehmen und ‑verwaltung nicht mehr als brauchbar beurteilt wird, künftig schauen, dass sie ihr Auskommen als Betreiber von Minigeschäften („auf eigene Rechnung“) oder als Lohnarbeiter auf dem freien Markt finden?
Unter dem Leitbild der „Rettung der sozialistischen Revolution“ hat der Parteitag die wirtschaftlichen Folgen von (Welt‑)Wirt­schafts­krise, Naturkatastrophen und überalterter Bevölkerung debattiert.
Über den Kurs, den Kuba nun einschlägt, und welche Folgen damit vorprogrammiert sind, soll am 26.05. mit Dr. Theo Wentzke (Redaktion GegenStandpunkt) diskutiert werden.

26.Mai 2011 | 18:30 | Humboldt-Universität | Raum 3038
Unter den Linden 6 | Nahe S+U-Bhf. Friedrichstraße

26.Mai: Referat & Diskussion „Kuba nach dem sechsten Parteitag“

Wir möchten euch recht herzlich zu unserer Referats- und Diskussionsveranstaltung am 26.Mai einladen.

Zum VI.Parteitag der Kubanischen Kommunisten verkündeten Partei- und Staatsführung, dass wegen Dringlichkeit einzig das Thema Wirtschaft auf dem Programm stehe. Der letzte realsozialistische Staat geht Reformen an, um sich der „Schlacht auf dem Felde der Wirtschaft“ im internationalen Vergleich zu stellen, weil hiervon die Aufrechterhaltung des sozialen Systems auf Kuba abhänge. Damit wird der wirtschaftliche Öffnungsprozess gegenüber der kapitalistischen Ökonomie weiter fortgesetzt, den Betrieben weitere Rationalisierung und der Bevölkerung mehr Effizienz verordnet.
Unter dem Leitbild der sozialistischen Revolution werden die wirtschaftlichen Folgen von Weltwirtschaftskrise, Naturkatastrophen und überalterter Bevölkerung debattiert. Über den Kurs, den Kuba nun einschlägt, und welche Folgen dies hat, soll am 26.05. diskutiert werden.

26.5. | 18:30 | Humboldt-Universität zu Berlin (Unter den Linden 6) | Raum 3038

Referent: Dr. Theo Wentzke

7.Mai 2011: Technische Infos zur Podiumsdiskussion

Wir möchten euch an dieser Stelle noch ein paar Infos zum Tag der Podiumsdiskussion zukommen lassen.

Wie ihr bereits lesen konntet, findet die Podiumsdiskussion im Statthaus Böcklerpark statt. Dieses befindet sich in Berlin-Kreuzberg, in der Prinzenstraße 1 und ist mit der U-Bahnlinie 1 vom U-Bhf. Prinzenstraße zu erreichen. Da der Raum auch etwas kostet, sind wird außerdem über jede Spende erfreut. Am Tag selbst werden wir darum für einen kleinen Unkostenpreis auch Brötchen und Getränke anbieten. Außerdem wird es Büchertische und Informationsstände geben.

Einlass ist ab etwa 16 Uhr und der zeitliche Ablauf sieht vor, dass es zunächst ein kurzes Input-Referat von uns, dem Arbeitskreis Klassenfrage geben wird. Anschließend referieren Carsten Becker (ver.di-Streikleitung Charite), Mag Wompel (LabourNet) und Peter Decker (GegenStandpunkt), ehe von uns Zeit und Raum gegeben werden für Diskussion und Fragen aus dem Publikum und abschließende Statements. Etwa gegen 20 Uhr wollen wir die Veranstaltung beenden.

7.Mai 2011: Teaser für Podiumsdiskussion

Sechs Jahrzehnte DGB – Klassenkampf oder Kooperation?

Der Deutsche Gewerkschaftsbund ist im Jahr 2011 längst eine anerkannte gesellschaftliche Größe, der gegenüber es staatliche Stellen und Unternehmerseite selten an nötigem Respekt mangeln lassen. Weit über sechs Millionen Lohnabhängige kann er zu seinen Mitgliedern zählen. Genügend starke Arme, die so einiges zum Stillstand oder auch in Bewegung bringen könnten.

Doch im 61. Jahr der Gründung des DGB, stehen die Lohnabhängigen überraschend schlecht da – während demgegenüber die Wirtschaft die Weltfinanzkrise erfolgreich überstanden hat. Dieser Umstand ist nur auf den ersten Blick widersprüchlich. Große Bemühungen um zu verschleiern, dass der nationale Aufschwung nicht unbedingt mit volleren Löhntüten und verminderten Anstrengungen, sondern eher mit dem berühmt-berüchtigten „Gürtel enger schnallen“ verbunden ist, werden heutzutage nicht mal mehr für nötig befunden. Hingegen bedankt sich Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Neujahrsrede sogar bei den deutschen Lohnabhängigen für deren erbrachte Krisenopfer – sie weiß offensichtlich genau, was sie an ihnen hat. (mehr…)

7.Mai: Podiumsdiskussion zu gewerkschaftlicher Krisenreaktion

Im Nachgang zum Ersten Mai organisieren wir eine Podiumsdiskussion zu den Krisenmaßnahmen der Bundesregierung und den Reaktionen, die dazu aus den Gewerkschaften kamen. Gab es zunächst große Protestdemonstrationen von linken Parteien und Initiativen, wie auch Gewerkschaften und Studierenden- und Schüler_innen-Gruppen, blieb eine ernsthafte Gegenwehr in den Betrieben aus. Die Kosten der Krise tragen wiedereinmal die lohnabhängig Beschäftigten: Lohnkürzungen, Arbeitszeitverlängerungen, gelockerte Anstellungsverhältnisse, um nur einige Aspekte der Krisenbewältigung zu nennen.
Auf dem Podium werden Vertreter_innen aus Gewerkschaften, Betrieben, linken Initiativen und dem Wissenschaftsbereich sitzen und unterschiedliche Aspekte vortragen, die die gewerkschaftlichen Reaktionen kritisch ins Auge fassen und eine gesellschaftliche Einordnung vornehmen.
Im Statthaus Böcklerpark möchte euch der Arbeitskreis Klassenfrage herzlich willkommen heißen!
Weitere Infos folgen in den nächsten Tagen.